Nachgedacht

„Denn wer das ganze Gesetz hält, sich aber in einem verfehlt, der ist in allem schuldig geworden.“                                         Jakobus 2, 10

  Rechtschreibregeln ade? 

Auf einer Pinnwand bei der Arbeit entdecke ich den folgenden Aushang:

„Ncah eienr Stidue der Cmaebridge Uinverstäit ist es eagl, in wlehcer Reiehnfogle die Bchustebaen in Wöretrn vokrmomen. Es ist nur withcig, dsas der ertse und lettze Bchustebae an der ricthgien Stlele stheen. Der Rset knan vöillg falcsh sein und man knan es onhe Porbelme leesn, dnen das mneschilche Geihrn leist nihct jdeen Bchustebaen, sodnern das Wrot als Gaznes. Krsas, oedr?”

Ich kann mir ein Schmunzeln nicht verkneifen. Obwohl mir keine Details zu der Untersuchung vorliegen, scheint schon diese kleine Leseprobe zu beweisen, dass an der vermeintlichen Studie etwas dran ist. Doch selbst wenn Scharen von Schülern für die „Liberalisierung der Rechtschreibung” auf die Straße gehen würden – ihre Lehrer werden wohl auch in Zukunft Worte als Fehler bewerten, bei denen nur der erste und der letzte Buchstabe an der richtigen Stelle stehen.

Gott handelt ähnlich. Er wird uns einmal wegen unserer Sünden richten. Dabei können unsere guten Taten – die „richtig geschriebenen Buchstaben“, wenn Sie so wollen – unsere Verfehlungen nicht wettmachen. So wie ein Buchstabe, der nicht an der richtigen Stelle steht, ein falsch geschriebenes Wort ergibt, führt bereits eine einzige Sünde zu einem schuldbeladenen Leben. Jakobus sagt es so: „Denn wer das ganze Gesetz hält, sich aber in einem verfehlt, der ist in allem schuldig geworden“ (Jak 2,10). Die Folgen sind – das erklärt der Apostel Paulus in Römer 3,23 –, dass wir wegen unserer Sünden „nicht die Herrlichkeit Gottes” erlangen (ELB). Wie gut, dass der Vers noch weitergeht: Wir werden „ohne Verdienst gerechtfertigt werden durch seine Gnade aufgrund der Erlösung, die in Christus Jesus ist.”

Sie knöenn sciher sien: Es wrid kenie „Lbieraliisreung der Getobe Gtotes“ gbeen. Acuh wnen in Irhem Lbeen velilechit vilee „Bchustebaen“ an der ricthgien Stlele stheen – Gtot wrid Sie eniaml afurgnud Irher Fhleer buetreieln. Vrelaessn Sie scih dhaer nhcit auf Ihr eiegnes Knnöen, sdnoern auf senie Gadne!

aus: Güthler, Peter, Vom Lesen ins Leben, © Christliche Verlagsgesellschaft, Dillenburg, 2014

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