Nachgedacht

Einer trage des anderen Lasten, und so sollt ihr das Gesetz des Christus erfüllen!“

Galater 6,2

…aber ich kann euch tragen!

 In seinem Werk Der Herr der Ringe beschreibt J. R. R. Tolkien die Reise zweier Hobbits namens Frodo und Sam ins Land Mordor. Frodo ist Träger eines verhängnisvollen Rings, den er in die glühende Lava des Schicksalsbergs werfen und dadurch zerstören soll – eine Aufgabe, die er nur selbst erledigen kann. Völlig entkräftet kommen die Beiden am Fuße des Berges an. Die Bürde des Rings lastet schwer auf Frodo. Zuletzt schleppt er sich auf Händen und Füßen auf das Ziel zu. Als Sam das sieht, ruft er ihm innerlich bewegt zu: „Kommt, Herr Frodo! Den Ring kann ich nicht für Euch tragen, aber ich kann Euch tragen!

Der Apostel Paulus ermutigt uns in Galater 6,2: „Einer trage des anderen Lasten.“ Statt unbeteiligt daneben zu stehen, wenn jemand in einer notvollen Lage unter seiner Last zusammenbricht, sollen wir ihm zur Hilfe eilen. Das beste Vorbild dafür ist der Herr Jesus selbst, der „unsere Sünden selbst an seinem Leib getragen [hat] auf dem Holz“ (1Petr 2,24). Manche Lasten kann freilich nur der Leidende selbst tragen: Wir können seine unheilbare Krankheit nicht heilen, seinen verstorbenen Ehepartner nicht zurück bringen und ihn wahrscheinlich auch nicht von seiner Arbeitslosigkeit befreien. Aber wir können ihn tragen: durch unser Mitgefühl (vgl. Röm 12,15); durch unsere Ermutigung (vgl. Hebr 12,12); durch unser Gebet (vgl. Hebr 13,3). So oder so erfüllen wir „das Gesetz des Christus“: einander zu lieben, wie er uns geliebt hat (vgl. Joh 15,12)!

aus: Güthler, Peter, Vom Lesen ins Leben, © Christliche Verlagsgesellschaft, Dillenburg, 2014

 

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