Nachgedacht

Den, der Sünde nicht kannte, hat er für uns zur Sünde gemacht, damit wir Gottes Gerechtigkeit würden in ihm.       2. Korinther 5, 21                                                                                          

Bezahlt. Frohe Weihnachten.

Eslam S. Mohamed ist sprachlos, als die Bedienung die Rechnung bringt. Gemeinsam mit seiner Familie – sechs Erwachsenen und fünf Kindern – hat er den Heiligabend im Olive Garden verbracht. In dem italienischen Restaurant kann man günstig essen, aber mit 11 Personen kommt schon einiges zusammen. Auf dem Bild des Kassenbelegs, das Mohamed später auf Facebook postet, ist der Endbetrag nicht zu erkennen. Dafür sieht man, dass jemand mit Kugelschreiber eine Nachricht hinterlassen hat: „Bezahlt. Frohe Weihnachten. Wunderbare Familie!“ Ein anderer Gast hat für die muslimische Familie die Rechnung übernommen. Anonym. Ohne Gegenleistung. „Mir fehlen die Worte“, schreibt Eslam S. Mohamed auf Facebook. „Das hat uns wahnsinnig berührt. Aufgrund unserer Sprache und der Kopftücher der Frauen war für jeden im Restaurant deutlich zu erkennen, dass wir arabische Moslems sind. Als wir fertig waren, baten wir um die Rechnung, und die Bedienung kam mit der Quittung, die auf dem Foto zu sehen ist.

Der unbekannte Wohltäter im Olive Garden ist ein treffendes Vorbild für einen Menschen, der Gutes tut „im Verborgenen“ (Mt 6,3-4). Am meisten erinnert mich sein Verhalten aber an den Herrn Jesus. Er bezahlte für uns – aber nicht, weil wir eine „wunderbare Familie“ wären! Ganz im Gegenteil: Als Gott zur Zeit Noahs auf die Erde schaute, sah er, „dass die Bosheit des Menschen auf der Erde groß war und alles Sinnen der Gedanken seines Herzens nur böse den ganzen Tag“ (1Mo 6,5). Daran hat sich bis heute nichts geändert. Täglich übertreten wir die Gebote Gottes, und der „Sünde Sold“ (Röm 6,23 Luther) ist mit Geld nicht zu bezahlen. Am Kreuz aber sagt der Sohn zu seinem Vater: „Wenn er irgendein Unrecht getan hat oder etwas schuldig ist, so rechne dies mir an!“ (vgl. Phm 18-19). Unter der Rechnung derer, die seine Vergebung annehmen, steht jetzt das Wort „Bezahlt!“-

Frohe Weihnachten! pg

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