Nachgedacht

„Denn ich fürchtete einen Schrecken, und er traf mich, und wovor mir bangte, das kam über mich.“                                                 Hiob 3, 25

Ajax und die „Totenstille“ …

 … so überschrieb der Journalist Frank van der Velden seinen Artikel, als im vergangenen Jahr die Fußball­mannschaft von Ajax Amsterdam doch noch den Einzug ins Finale der Champions League verpasste. Erst in der 6. Minute der Nachspielzeit fiel der entscheidende Treffer, der das Aus brachte. Wie tragisch!

So ein Erleben gibt es im Fußball immer wieder. Die Spieler waren so geschockt über das vorzeitige Ausscheiden, dass sie ihre Gesichter im Rasen vergruben und nichts mehr sehen und hören wollten. Der Kapitän berichtete von einer „Totenstille in der Kabine. Es fühlt sich an, als habe uns jemand den Boden unter den Füßen weggezogen. Das Spiel hat fünf Sekunden zu lange gedauert.“ Die Unerbittlichkeit des Ausscheidens wurde zu einem emotionalen Schockerlebnis, das noch lange nachwirkte.

Eine solche Erfahrung ist nicht nur im Sport möglich, wo die Folgen in der Regel nicht wirklich dramatisch sind. Aber im Leben kann zum Beispiel die Diagnose einer tödlichen Krankheit oder die Nachricht vom Verlust des Partners durch Unfall zu einem ähnlichen Schock führen. Das war nicht einkalkuliert, aber so kann es kommen, und – was den Tod angeht – so wird er für uns alle kommen.
Zum Glück ist das Leben kein Spiel mit unkalkulierbarem Ausgang, und man kann sich auf das vorbereiten, was kommt. Der Tod kann seinen Schrecken verlieren, wenn wir uns dem übergeben, der ihn vor 2000 Jahre am Kreuz besiegt hat und auferstanden ist. Für die, die das glauben, gibt es nämlich ein Danach, das alles übertrifft, was sie im Leben an Freude, Erfolg und Glück jemals gefunden haben. Sie wissen: Das Eigentliche kommt noch, und weil sie ihre Hoffnung darauf setzen, können Sie von den Unwägbarkeiten im Leben nicht mehr nachhaltig enttäuscht werden.

aus: Pletsch, Joachim, Ajax und die „Totenstille“, Leben ist mehr, © Christliche Verlagsgesellschaft, Dillenburg, 2020, Beitrag zum 30.05.

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