Nachgedacht

„Wenn ihr mich liebtet, so würdet ihr euch freuen, dass ich zum Vater gehe, denn der Vater ist größer als ich.“ Johannes 14, 28

Zu Tode gekuschelt

Ein kleiner Junge aus dem US-Bundesstaat Georgia musste eine schmerzhafte Lektion lernen, als er seinen Goldfisch aus dem Aquarium nahm, um mit ihm zu kuscheln. Das Tier bezahlte diese Geste der Zuneigung mit dem Leben. Die Mutter des Jungen berichtet:

„Wir brachten Everett ins Bett und schauten im Wohnzimmer einen Film. Als wir nach einiger Zeit nach dem Vierjährigen schauten, stand ein Stuhl an der Kommode und der Deckel des Aquariums stand offen. Der Kleine schlief friedlich im Bett und hielt den leblosen Goldfisch in der Hand.”

Als Everett später realisiert, was er getan hat, ist er traurig. Er wollte Liebe zeigen, aber das, was er unter Liebe verstand, hat dem Objekt seiner Zuneigung letztendlich Schaden zugefügt. Zugegeben: Der Vierjährige handelte in Unwissenheit. In der Bibel treffen wir jedoch auf Menschen, die ähnlich handeln wie er, obwohl sie es besser wissen müssten:

  • Amnon zum Beispiel. In 2. Samuel 13,1 erfahren wir, dass er eine schöne Halbschwester mit Namen Tamar hat, „und Amnon, der Sohn Davids, liebte sie.“ Aus „Liebe“ lockt er sie schließlich in sein Gemach, „fiel über sie her und vergewaltigte sie“ (13,14 NEÜ).
  • Und die Jünger des Herrn Jesus. „Wenn ihr mich liebtet, so würdet ihr euch freuen, dass ich zum Vater gehe“, sagt er in Johannes 14,28 zu ihnen. Weshalb? Weil sein Weggang für sie zwar Verlust, für ihn aber Herrlichkeit und Freude bedeuten würde.

Oft handeln wir nach dem Motto: „Ich liebe mich und dafür brauche ich dich!“ Doch wahre Liebe „sucht nicht das Ihre“ (1Kor 13,5), „sondern das des anderen“ (1Kor 10,24). Wenn du also deinen Ehepartner, deine Kinder, deine Enkelkinder oder andere Menschen nicht „zu Tode lieben“ willst, wie Everett es mit seinem Goldfisch tat, dann erinnere dich an das folgende Zitat der Schauspielerin Katharine Hepburn. Sie stellte fest: „Liebe ist nicht das, was du erwartest zu bekommen, sondern das, was du bereit bist zu geben”. pg